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  Das Land Japan
 


                                                                   Japan

 
 

Japan ist ein Archipel mit etwa viertausend Inseln, die sich ueber eine Verwerfung vor der Ostkueste Asiens erstreckt. Die Koreastraße zwischen Japan und Suedkorea ist etwa 180 km breit. Die japanischen Inseln bilden einen etwa 2500 km langen Bogen. Im Suedwesten liegen das Suedchinesische Meer und die VR China, im Westen das Japanische Meer, Sued- und Nordkorea sowie Russland. Im Norden, jenseits der La-Perouse-Straße, befindet sich die russische Insel Sachalin und im Nordosten wird Japan durch die Nemurostraße von den russischen Kurileninseln getrennt. Die oestlichen und suedoestlichen Kuesten Japans grenzen an den Pazifischen Ozean.



Erdteil: Ostasien
Offizieller Name: Nihon (Japan)
Landesname: Die Japaner nennen ihr Land Nippon: Land der aufgehenden Sonne.
Bei den Chinesen hieß es Japuen. Aus dieser Bezeichnung entstand der in Europa gebraeuchliche Name Japan.

Staatsfuehrung: Kaiser (Kaiser Akihito mit repraesentativen Funkltionen als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes)

Politisches System: Parlamentarische Monarchie. Verfassung von 1947 nach US-Vorgaben, die auch die Goettlichkeit des Kaisers beendete. Zwei-Kammern-Parlament ("Kokkai"): Unterhaus ("Shugiin") mit 500 Abgeordneten, gewaehlt auf 4 Jahre; Oberhaus ("Sangiin") mit 252 Mitgliedern, von denen die Haelfte alle 3 Jahre auf 6 Jahre gewaehlt werden. Allgemeines Wahlrecht ab 20 Jahre.

Landesflaeche: 377.801 km2 (Weltrang 60), davon 66% Wald, 13% Ackerland, 2% Wiesen und Weiden

Ausdehnung: NO-SW 3000 km,W-O 300 km

Kueste: 29 751 km

Gliederung: Japan ist ein zentral verwaltetes Land, das in 9 Regionen, 44 Praefekturen (Ken), 2 Stadtpraefekturen (Fu; Osaka und Kyoto) plus Hauptstadtbezirk (To) aufgeteilt ist. In den Praefekturen gibt es gewaehlte Parlamente und Gouverneure, die staerker den Weisungen der Zentralregierung unterliegen als die Ministerpraesidenten der deutschen Bundeslaender.

Hauptstadt: Tokyo




 

Landessprachen: Japanisch (mit keiner bekannten Sprache genetisch verwandt, im Lauf ihrer Geschichte aber durch das Chinesische im Wortschatz stark beeinflußt. Sie ist in ihrem Typus agglutinierend. Es gibt keine Genusunterschiede und im allgemeinen auch keine Numerusunterschiede. – Neben den zahlreichen, im einzelnen sehr verschiedenen Mundarten gibt es eine in Wortschatz und Syntax von diesen sehr abgehobene Schriftsprache. Schriftlich ueberliefert (in chinesischen Zeichen) ist die japanische Sprache seit dem 7. Jahrhundert.)

Staatsreligion: keine

Waehrung: 1 Yen

Bevoelkerung: 126 510 000

Bevoelkerungsdichte: 334,8 Menschen je km2

Ethnische Zusammensetzung der Bevoelkerung: Japaner 98.9%; Koreaner 0.5%; Chinesen 0.2%; Brasilianer 0.1%; andere 0.3%

Religionszugehoerigkeit: Shinto 51.3%; Buddhismus 38.3%; Christen 1.2%; andere 9.2%

Groeßte Staedte: Tokyo 11,771,819; Yokohama 3,307,408; Osaka 2,602,352; Nagoya 2,152,258; Sapporo 1,756,968; Kyoto 1,463,601; Kobe 1,423,830; Fukuoka 1,284,741; Kawasaki 1,202,811; Hiroshima 1,108,868; Kita-Kyushu 1,019,522

Internationales Kennzeichen: J

Nationalfeiertag: 29. April (Tag des Gruens); 3. Mai (Verfassungstag); 23. Dezember (Geburtstag des Kaisers Akihito)

Geographische Lage: zwischen 24° und 46° noerdlicher Breite sowie 123 ° und 146° oestlicher Laenge

Geographische Merkmale: hoechster Berg --> Fudschijama 3776 m; groeßter See --> Biwa 695 km2.

Geographie: Die noerdlichste der vier Hauptinsel ist Kokkaido. Ihre Hauptgebirge sind das Kitamigebirge im Norden und das Hidakagebirge im Sueden. Eine dritte Gebirgskette im Westen wird von den beiden anderen durch die Ishikari-Ebene getrennt. Suedwestlich von Hokkaido, jenseits der Tsugarustraße, liegt Honschu, die groeßte und am dichtesten besiedelte Insel Japans. Von ihrem Nordende aus setzen sich die Gebirge nach Sueden als Kotakamikette fort, die ueber der Pazifikkueste von Nordhonschu aufragt. Im Herzen der Insel erheben sich die japanischen Alpen und im Suedosten steigt der Vulkan Fudschijama auf, Japans hoechster Berg. oestlich des Fuschijamas erstreckt sich ueber etwa 13.000 km2 Japanas groeßtes Tiefland - die Kantoebene. Die Hauptstadt Tokio befindet sich an ihrer Suedseite, an der Bucht von Tokio. Die am weitesten westlich gelegene Insel Kiuschu wird von Honschu im Norden durch die enge Kanmonstraße und von Shikoku im Osten durch den Bungokanal getrennt. Kiuschus zentrale Gebirge erheben sich mit mehreren Gipfel bis ueber 1500 m. Japan hat viel Fluesse, die meist kurz und wasserreich sind und vergleichsweise nur kleine Gebiete entwaessern. ueberschwemmungen sind in den tiefer gelegenen Kuestenregionen ein allgegenwaertiges Problem. Japan ist Erdbebengebiet und zugleich Vulkanausbruechen ausgesetzt. Seitdem die Beben registriert werden, haben ueber 60 Erdbeben bzw. Vulkanausbrueche stattgefunden. Die am staerksten betroffenen Gebiete sind Suedkiuschu und Nord- und Zentralhonschu.

Klima: Japan hat monsunartiges Klima. Im Winter bringt der vorherrschende Nordwestwind aus Zentralasien sehr kaltes Wetter mit Temperaturen unter 0 Grad.

Umwelt/Tourismus: Seit Beginn des japanischen Wirtschaftswunders in den fuenfziger Jahren kam es zu zahlreichen Umweltkatastrophen. Hausgemacht ist die große Laermbelaestigung bei hoher Bevoelkerungsdichte in den Ballungsgebieten. Die ueberwiegend gebuehrenfreie Entsorgung von Hausmuell und ein ausgepraegter Verpackungskult produzieren gigantische Muellmassen, die verbrannt oder an den Kuesten zur Landgewinnung in das Meer gekippt werden. Die aktiven und ruhenden Vulkane und die haeufigen Erdbeben stellen naturgegebene Umweltrisiken dar. Unterwasserbeben erzeugen die gefuerchteten, mit kurzer Vorwarnzeit anrollenden Flutwellen (bis zu 30 m hohe Tsunamis). Geschuetzte Gebiete: 7,46% der Landesflaeche. 1999 kamen 4,4 Mio. Touristen mit 3,7 Mrd. US$ ins Land.

Bildung: Schulpflicht von 6 bis 15 Jahren. Die Grundschulzeit dauert 6, Mittelschule 3 Jahre. Anschließend freiwilliger Besuch der Oberschule (3 Jahre). Das Bildungssystem ist in Pyramidenform auf die staatlichen Elite-Universitaeten Tokio und Kyoto sowie private Top-Unis in Tokio ausgerichtet. Um sich auf die schweren Eingangsexamen renommierter Oberschulen und Universitaeten vorzubereiten, besuchen viele Schueler neben dem regulaeren Unterricht private Paukschulen. wegen sturer Paukerei, Gewalttaten von Schuelern untereinander - und haeufig auch von Schuelern gegenueber Lehrern - geraet das Schulsystem zunehmend in Kritik.

Kultur: Japan wurde zwar maßgeblich von den Hochkulturen Ostasiens, besonders jenen in China und Korea, beeinflußt, hat die von dort importierten Elemente aber zu einer eigenstaendigen Kultur weiterentwickelt. Bis heute werden viele Bereiche des kulturellen Lebens von Stilen und Traditionen gepraegt, die im 1. Jahrtausend n.Chr. entstanden sind.

Familienstruktur: Maenner heiraten durchschnittlich mit 27, Frauen mit 26 Jahren. Die Hochzeitsfeierlichkeiten sind oft aufwendig und kostspielig und finden meistens in Hotels statt. Nicht selten traegt das Paar bei der religioesen Zeremonie traditionelle Kleidung. Fuer Hochzeitsfotos und die eigentliche Feier wird eine westliche Hochzeitsgarderobe angelegt. Die Gaeste bringen Geschenke mit (meistens Bargeld) und bekommen zum Abschied selbst Geschenke vom Hochzeitspaar. Die Familie spielt in Japan eine zentrale Rolle. Der Vater uebernimmt die Rolle des Familienoberhaupts, die Mutter ist fuer den Haushalt verantwortlich. Heutzutage arbeiten viele Frauen außer Haus. Immer noch ziehen Eltern im Alter zu den Familien der verheirateten Kinder, aber dies wird zunehmend seltener. In den Staedten leben die Familien in Hochhauswohnungen oder in kleinen Eigenheimen. Groeßere Einfamilienhaeuser gibt es in den weniger dicht besiedelten Gegenden.

Essen und Trinken: Die Japaner ernaehren sich hauptsaechlich von Reis, frischem Gemuese, Meeresfruechten und (wenig) Fleisch. Reis und Tee gehoeren zu nahezu jeder Mahlzeit. Die beliebtesten japanischen Gerichte sind Miso-Suppe aus Bohnenpaste, Nudeln (Ramen, Udon und Soba), Curry und Reis, Sashimi (roher Fisch in Streifen mit Sojasauce und Wasabi, einer scharfen Meerrettichsorte), Tofu und Schweinefleisch. Sushi ist kalter, mit Essig gewuerzter Reis, der mit (meistens rohem) Fisch in getrockneten Seetang eingewickelt wird. Ein aehnliches Gericht, bei dem statt Fisch Gemuese, zum Beispiel Gurke, verwendet wird, heißt Norimaki. Bei einer im traditionellen Rahmen eingenommenen Mahlzeit halten die Japaner ihre Schale zum Essen auf Brusthoehe, anstatt sich zum Tisch hinunter zu beugen. Die meisten Speisen werden mit Staebchen (Hashi) gegessen, fuer westliche Gerichte nutzt man jedoch in der Regel Messer und Gabel. Bei den juengeren Japanern ist Fastfood sehr beliebt. Die Hauptmahlzeit stellt das Abendessen dar. Viele Japaner nehmen es zu Hause ein; diejenigen, die abends lange arbeiten muessen, gehen haeufig auch ins Restaurant. Wenn man eingeladen ist, gebietet es die Hoeflichkeit, dass man sich nach dem Gastgeber richtet. Fleisch zu bestellen, wenn der Gastgeber Fisch vorschlaegt, koennte diesen verstimmen oder sogar beleidigen. Mit Staebchen auf eine Person zu zeigen oder sie ueber Kreuz abzulegen, gilt als unhoeflich. Ein leeres Glas wird ueblicherweise wieder gefuellt: Will man nichts mehr trinken, laesst man einen kleinen Rest im Glas.

Umgangsformen: Die Verbeugung ist die typische japanische Begrueßung. Um Achtung oder Bescheidenheit auszudruecken, verbeugt man sich tiefer als die andere Person. Fuer auslaendische Besucher ist ein leichter Haendedruck am angemessensten. In der streng hierarchischen Gesellschaft Japans spielen Titel bei der Vorstellung eine große Rolle. Als Anrede dient der Familienname, an den die Silbe -san angehaengt wird. Wer in Deutschland mit Herr Ogushi angeredet wird, wird in Japan "Ogushi-san" genannt. Der Gebrauch von Vornamen bleibt Verwandten und Freunden vorbehalten. Unter Geschaeftsleuten ist der Austausch von Visitenkarten ein wichtiges Ritual. Die Karten werden mit beiden Haenden ueberreicht und entgegengenommen und dann aufmerksam betrachtet. Grueße haengen von der Beziehung der Beteiligten ab. Ein Angestellter grueßt einen hoeherstehenden Kollegen mit Ohayo gozaimasu ("Guten Morgen"), einen Kunden dagegen mit Irasshaimase ("Willkommen"). Wenn sich Geschaeftsleute zum ersten Mal treffen, ist Hajime mashite ("Erfreut, Sie kennen zu lernen") eine beliebte Formel, Konnichi wa ("Guten Tag") der ueblichste Gruß. Ohayo (die informelle Variante fuer "Guten Morgen") oder Genki? ("Geht es dir gut?") wird haeufig von Jugendlichen verwendet. Besuche werden in der Regel vorher verabredet; in urbanen Gebieten ist es nicht ueblich, dass Nachbarn sich unangekuendigt besuchen. Bevor man den Wohnbereich betritt, zieht man die Schuhe aus. Meistens gibt es zwischen der Eingangstuer und dem Wohnraum einen kleinen, Genkan genannten Vorraum, in dem die Schuhe auf dem Boden so nebeneinander gestellt werden, dass ihre Spitzen nach draußen weisen. Vor dem Betreten des Genkan ist das Ablegen des Mantels ueblich. In Innenraeumen werden oft Hausschuhe getragen, ein Raum, der mit Reisstrohmatten (Tatami) ausgelegt ist, muss barfuß betreten werden. Außerdem existieren besondere Schuhe fuer Bad und Toilette. Den Gaesten werden die bequemsten Plaetze angeboten. In traditionell japanisch eingerichteten Raeumen sitzt man auf dem Boden. Wenn einem Essen angeboten wird, sollte man erst nach einigem Zoegern annehmen. Dies gilt nicht fuer Erfrischungen. Hoeflichkeit ist jedoch oberstes Gebot. Besucher bringen dem Gastgeber ueblicherweise Obst oder Kuchen mit. Geschenke, denen ein großer Symbolwert zukommt, werden mit beiden Haenden und einer leichten Verbeugung ueberreicht und entgegengenommen. Es ist nicht ueblich, Geschenke in Gegenwart der Geber zu oeffnen. Das Jahresende ist eine besonders wichtige Zeit fuer das Austauschen von kostbaren Geschenken an Verwandte, Freunde und Geschaeftsleute, um sich bei ihnen fuer ihre Freundlichkeit waehrend des Jahres zu bedanken.

Freizeit: Viele Japaner verbringen ihre Freizeit in Gruppen. Baseball, Fußball, Volleyball, Tennis, Skifahren und Jogging sind die beliebtesten Sportarten. Auch traditionelle Sportarten wie Sumoringen (das vor allem viele Zuschauer begeistert), Judo, Kendo (Fechten mit Bambusschwertern) und Karate haben zahlreiche Anhaenger. Baseball, das in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts von einem US-Amerikaner in Japan eingefuehrt wurde, ist der Nationalsport. Es gibt Turniere in allen Leistungsklassen, und das ganze Land verfolgt die jaehrliche Meisterschaft der Oberschulen. Viele Japaner begeistern sich fuer Golf; da eine Clubmitgliedschaft jedoch sehr kostspielig ist, muessen sich die meisten darauf beschraenken, ihren Abschlag zu ueben oder den Sport im Fernsehen zu verfolgen. Film und Fernsehen erfreuen sich großer Beliebtheit. Am Wochenende machen die meisten Familien Ausfluege in den Park oder besuchen Verwandte. Sehr beliebt sind auch traditionelle Kuenste wie das Puppentheater (Bunraku) und das stilisierte japanische Theater (No, Kabuki). Musik und Tanz spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Freizeitgestaltung.

 
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